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Schlagwort: Südafrika (Seite 2 von 3)

Die Rhinos im Krüger oder: ein politischer Game-Drive

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Der Krüger ist phantastisch. Auch beim zweiten Mal. Wir werden bereits um 5:00 abgeholt und fahren in einen sehr heißen Morgen. Zuerst runter nach Hazyview, dann aber nicht durch das Numba-Tor in den Park, sondern durch das ein paar Kilometer entferntere Phabeni-Tor. Das Gras um die Gegend des Numbi-Tores stehe durch den ausgiebigen Regen sehr dicht und hoch, so dass es schwer sei, Tiere zu entdecken, erklärt unser Guide Eduard. Also die Marula-Region, die geprägt ist, wie der Name schon sagt, durch sehr viele Marula-Bäume. Die Früchte des Baums sind nicht ganz nach meinem Geschmack: zu sauer!  Eine geschmackliche Verwandtschaft zum klebrig-süßen Amarula-Likör kann ich beim besten Willen nicht erkennen.

Am Tor-Eingang ist „Prime-Time“: Mindestens 20 vollbesetzte Jeeps warten auf Einfahrt, dazu Busse und PKW. So eine Betriebsamkeit kennen wir von unserem ersten Besuch weiter nördlich überhaupt nicht.

Ich muss mir immer noch die Augen wischen, weil ich nicht glauben kann, wie grün und blühend die Savanne sein kann. Es ist wunderbar!

Eduard macht uns auf ein paar weiße Steine aufmerksam. Die Ranger legen sie überall dorthin, wo ein Rhino von Wilderern getötet wurde. Ein symbolisches Grabmal. Im vergangenen Jahr sind 461 Tiere im Park wegen ihres Horns gewildert worden. Bei der letzten Zählung vor wenigen Jahre, gab es im gesamten Krüger noch etwas über 7.000 Rhinos, davon wenige der sowieso seltenen „schwarzen“.

Später, als wir eines dieser urzeitlich anmutenden Tier zu Gesicht bekommen, wird der Guide deutlich – und gibt sehr emotional und überaus überzeugend ein politisches Statement ab: Man zerstöre hier mit der Wilderei ein Grundlage nicht nur des Parks, sondern auch der südafrikanischen Menschen. Der Park schaffe Arbeit – nicht nur für die über 7.000 Parkangestellten, sondern für die ganze Region. Das alles sei durch die Dezimierung der Tiere bedroht.

Und die Regierung tue viel zu wenig dagegen. Es gehe dabei nicht um ein paar getötete Impalas, sondern um die Wilderei im großen Stil, in die politische Spitze verwickelt sei. Man paktiere mit chinesischen Syndikaten, die das kostbare Horn der Rhinos verdealen.  Wenn die Ranger Leute erwischen würden, kämen sie für kurze Zeit ins Gefängnis, und würden dann gegen Geld wieder freigelassen. Die ANC sei korrupt, erstarrt.

Das Bildungssystem sei schlecht, in den Dörfern gebe es kein Wasser, die Straßen seien kaputt, die Arpartheit noch nicht beseitigt.

„Viele von uns wollen dem ANC bei den nächsten Wahlen nicht mehr ihre Stimmer geben. Mandela war wichtig, aber die Zeit des ANC ist vorbei.“. Trotzdem ist Eduard unsicher: “Unser Verstand sagt uns, ANC abzuwählen, unser Herz schlägt immer noch für ihn.“

Mir fällt der Polizist ein, eine unserer ersten Begegnungen nach der Ankuft in Joburg. Und ein pfälzisches Sprichwort:“Wie der Herr, so das Gescherr!“

Es gibt nicht nur Tiere

Der Gepard verspeist in den frühen Morgenstunden seine gerade erbeutete Mahlzeit – und lässt sich von uns nicht stören. Trotzdem richtet er sich immer wieder kurz auf, dreht den Kopf nach links und rechts, um die Gegend zu sondieren. Wir sind ihm bereits am Tag zuvor begegnet, als er die Straße querte. Selbst wenn er frißt, das Maul blutverschmiert, sind seine Bewegungen elegant, fasziniert sein Muskelspiel. Ich muss an Rilkes Panther-Gedicht denken, nur ist der Gepard hier in Freiheit.

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Er ist eine sehr junge Sie, die ein Ortungsband um den Hals trägt. Die Mutter wurde getötet und die Rangerr wollen das junge Tier beobachten, das nun selbst auf Beute gehen muss. Wie es aussieht, können sie den Geparden bald von seinem Halsbad befreien.

Es sind die letzten Eindrücke vom Karongwe-Park, die wir mitnehmen. Nach einem  Frühstück nach der morgendlichen Buschfahrt – bei der wir mit dem Jeep auch kurz mal im Wasser des Flusses stecken geblieben waren, nehmen wir Abschied und fahren Richtung Blyde River Canyon.

Die Landschaft der nördlichen Drakensberge ist grandios. Zerklüftete Felsformationen, dann wieder Tafelberge, auf einer Passhöhe ein Blick auf ein Bergpanorama, das kein Foto einfangen kann. Und alles grünt unter einem Himmel, in dem sich immer neue Wol kenfomationen aufbauen.

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Wir sind überwältigt von den drei Ronadavals, vom Wasser des Blyde River geformte riesige Felsen, die tatsächlch aussehen wie Rundhütten auf Stelzen. Der Canyon selbst ist gewaltig tief, aber im Gegensatz zum Grand Canyon und dem Fish-River Canyon, seine beiden größeren  „Brüder“, bewachsen vom Grund bis zum Plateau. Baumfarne, Moose, tropische Bäume und Pflanzen klammern sich an die steile Canyon-Wand. Langsam fahren wir von Ausichtspunkt zu Aussichtspunkt.

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Die „Berlin Falls“ sind unser letzter Stopp, bevor wir dann ein wenig Tempo machen müssen, um an unsere nächste Lodge zu kommen. Der Wasserfall musste aber noch sein, allein seines Namens wegen. Die zahlreichen Fälle in dieser Region sind durch die unterschiedlich stark erodierenden  Gesteinsarten zustande gekommen. Der Name des Wasserfalls durch die früher in der Nähe stehende Farm.

Über Graskop und Sabie fahren wir weiter. Links und rechts entlang der Serpentinenstraße: Kiefernplantagen (kanadische Pinie)  bis zum Horizont. Fast wähnt man sich in Schweden.  Der urspüngliche Wald hatte hier keine Chance mehr.  Was anfangs noch idyllisch aussieht , kehrt sich ins Gegenteil um, als wir auf die Straße nach Hazyview kommen. Riesige Felder abgestorbener Bäume – die Industrie fordert ihren Tribut.

Nach den Nadelbaumplantagen kommen die Eukalyptus-Plantagen – ebenfalls Bäume, die schnell wachsen und so viel Wasser aus dem Boden holen.  Dafür aber geben sie den Menschen Arbeit. Dann – wir kommen immer tiefer – beginnen die Obstplantagen:Bananen, Mangos Makadamia-Nüsse, Avokados. Wir sind im subtropischen Klima.

Und zockeln hinter Lkws her, deren Lasten – Holzstämme – bedrohlich schwanken. Als wäre dies nicht genug, sind da noch die Potholes. Über diese Schlaglöcher, die uns das Fahren nicht gerade erleichtern, später mehr.

Aber wir haben das bisher alles hinbekommen.  Die Lodge an einem See, an der wir ziemlich spät ankommen, ist ein Traum.  Idyllisch in einem Park gelegen, der zum See abfällt, ein außergewöhnlich stilvoll eingerichteter Speiseraum,alles sehr liebevoll. Und trotz tropischer Temperaturen kaum Mücken!

Am Tag darauf noch einmal Landschaft zum Heulen schön in God’s Windows, bei einem Spaziergang durch Regenwald, bei den 46 m in die Tiefe fallenden Mac Falls, einen ausgiebigen Einkaufsbummel in dem kleinen Ort Graskop  –  inklusive einem Café-Besuch mit vorzüglichen Pancake.

Èineinhalb Tage ohne wilde Tiere. Aber wir haben ďie Big Five ja bereits gesehen.Und morgen  geht’s nochmal in den Krüger. Man kann süchtig werden. Auch wenn wir dafür um 4:30 Uhr aufstehen müssen.

 

Kämpfe

Wie gut, dass es auf Safaris Ruhepausen gibt. Von 9:00 Uhr bis 16:00 herrscht im Camp Stille. Zeit um runterzukommen, zu chillen, zu lesen, auf der Veranda unsres Zeltes zu sitzen und zu schreiben.

Plötzlich Tiergeschrei auf der unserer Lodge genau auf der gegenüber liegenden Seite eines trockenen Flusstales. Ein Kampf ist im  Gange, der nach wenigen Minuten wohl eindeutig entschieden ist: Die klagenden Tierlaute werden immer leiser, bis sie ganz verstummen.

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EVERY MORNING AN IMPALA WAKES UP  KNOWING THAT IT MUST OUTRUN THE FASTEST LION IF IT WANTS TO STAR ALIVE. EVERY MORNING A LION WAKES UP KNOWING THAT IT MUST OUTRUN THE SLOWEST IMPALA OR IT WILL STARVE.

IT MAKES NO DIFFERENCE IF YOU ARE A LION OR AN IMPALA. WHEN THE SUN COMES UP IN AFRICA YOU MUST WAKE UP RUNNING.

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Männerstolz und Männerwürde

The Lion in the morning sun: Here it is!

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Es hat sich gelohnt, wieder um 4:45 Uhr aufzustehen. Nach einer langen Fahrt im Gelände des Karongwe-Parks, im wahrsten Sinn über Stock und Stein, schaute er uns plötzlich von einem Steinhügel aus an: würdevoll, majestätisch: Der König der Tiere.

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Kindergarten Krügerpark

dscn8587Temperatursturz am Samstag von fast 40 Grad auf gefühlte 20. Grauer Himmel, Nieselregen, Wind. Wir sind im Morgenrauen unterwegs zum Krügerpark – mit Guide. Wir frieren im Jeep, weil wir keine Jacken mitgenommen haben. Gott sei Dank gibt es Decken und einen Regenschutz, der auch gegen den Wind hilft. Sonst wäre es sehr ungemütlich geworden im offenen Geländewagen.

Im Park gibt es – anders als erwartet – wenig Touristen.

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Aber viele Tiere sind bei diesem Wetter unterwegs. Mit ihrem Nachwuchs.  Es lockt das frische Grün der Gräser und Kräuter.

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Bisher war ich mit Hubert immer im September in  Afrika – zur Trockenzeit. Jetzt im Januar ist die Savanne grün.  Ein für mich ganz ungewohnter Eindruck.

Die wilden Tiere lieben uns

Es gibt so viel zu schreiben: Wie wir unser Auto wieder flott bekommen haben, wie wir die „älteste“ und riesig große Tropfsteinhöhle der Welt besucht haben,  wie wir ein so nettes belgisches Ehepaar getroffen haben,  wie wir durch ein „Gottesfügung“ eine Route gefahren sind, die zwar aus mehr Schlaglöcher als glatten Belag bestand – aber dafür sicher war, wie unglaublich schön die nördlichen Drakensberge sind…… aber das später vielleicht.

Jetzt nur  das „Hier und jetzt“:Wir sitzen nach einem Essen am Feuer noch eine Weile hier im Chisomo Safari Camp und haben in 3 Stunden soooo viele Tiere gesehen::Eine junge Leopardin – gleich zu Beginn –  eine Herde Elefanten – wir waren mit dem Jeep direkt mitten drin, Giraffen, Kudus, Impalas,  Rhinos -mindestens 20 – Warzenschweine, Büffel…. Wir waren vom Pirschglück geseggnet.

Es ist so fazinierend, die Tiere in freier Wildbahn zu beobachten. Auch wenn dies hier  – noch – nicht der Krüger ist, sondern ein 9.000 ha großes Privatreservat.

Jetzt war ich ja schon einige Male in Afrika – aber so ein „Jagd“glück innerhalb weniger Stunden hatte ich noch nicht. Und: Der kleine Büffel trottet hinter seiner Mama her, das Impala säugt ihr Kleines, das Giraffenkind  macht sich selbständig. Überall sehen wir Jungtiere. Es ist die Zeit!

Unsere Zelt ist purer Luxus, Direkt am – derzeit ausgetrockneten Fluss , out of Africa.

Wir können es heute nur kurz genießen, denn morgen werden wir um 4:45 Uhr gweckt: Es geht in den Krüger!!

Fotos folgen noch, sobald ich wieder weiß, wie ich die Bilder von der Kamera auf die Webseite bekomme.

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