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Schlagwort: Chobe

Abschied vom Sambesi – Safari an der Autobahn

DSCN8854Wir muessen Abschied nehmen von der so freundlich-familiären Garden-Lodge, vom Chobe und vom Sambesi. Als wir am frühen Morgen vom Tal des Chobe herausfahren, sehen wir von oben auch den Sambesi in der Morgensonne glitzern: Sambesi – irgendwie evoziert die Wortmelodie schon immer  Gefühle von Sehnsucht nach Ferne und Weite. Und jetzt waren wir in Wirklichkeit da gewesen an diesem Fluss, der so oft mit dem Adjektiv „mythisch“ beschrieben wird. Wie wahr! Im Vergleich dazu ist unser lieber, guter Rhein ein Baechlein, und der Rheinfall verglichen mit den Vic-Falls eine kleine Kaskade!

Wir fahren auf der sehr gut ausgebauten und für Botswana wichtigen Nord-Süd-Verbindung Richtung Nata. Nach einer Weile  werden die Mopane-Wälder spärlicher. Wir merken es an den zerstörten Bäumen – wir sind in Elefanten-Land! Und tatsächlich muss sich Hubert unheimlich konzentrieren, wo doch die schnurgerade Strecke dazu verleitet, immer schneller zu fahren. Aber nicht nur Elefanten stehen links und rechts der „Autobahn“, sondern auch Kudus, Giraffen, Oryxe, Strausse.

Dann geht die Savanne in Landwirtschaftsflaechen über: Maisfelder soweit das Auge reicht. Jede LPG hätte davon nur träumen können!

Bald ist Nata erreicht, wo wir tanken können und in die Straße nach Westen Richtung Maun abbiegen. Statt Elefanten und  Giraffen müssen wir jetzt auf querende Rinderherden, Ziegen und Esel aufpassen. Kurz vor Gweta haben wir unser Ziel erreicht: Den „Planeten Baobab“!

Chobe: Tausend Elefanten, ein stecken gebliebenes Auto und leere Akkus

DSCN8504Kein Tierpark, den ich bisher gesehen habe, ist mit dem Chobe-Park vergleichbar. Und dabei waren wir nur im noerdlichen Teil, der Kasane-Ngoma-Region. Der Wildreichtum gerade in diesem touristisch stark frequentierten Bereich ist unglaublich. Fruehmorgens ziehen Herden von Impalas an den maeandernden Fluss, begleitet von Zebras, Kudus, Antilopen, Warzenschweinen. Zusammen mit ungezaehlten Marabus, Ibissen und Störchen bevoelkern sie die weite Flusslandschaft.

Dann kommen Herden von Elefanten. Ihre Zahl ist gigantisch. Die schiere Menge erinnert an die Bueffelherden aus frueheren Zeiten. Angesichts ihres enormen Nahrungsbedarfes ist es verständlich, dass über Abschussquoten diskutiert wird, denn die grossen Herden zerstoeren alles, was ihnen in den Weg kommt.

Wir beobachten sie von dem erhoehten Flussufer aus, wie sie sich von der ebenfalls großen Menge an Nilpferden fernhalten: Die Freundschaft scheint nicht besonders ausgeprägt zu sein.

In der Mittagshitze dann verteilen sich die vielen Tausend Tiere in der Savanne unter Bäumen. Wir sehen besonders viele Elefantenfamilien. Die Älteren bilden einen Schutzkreis um die „Babys“. Sie faecheln ihnen mit den großen Ohren Luft zu oder wirbeln mit den Fuessen Staub, um ihre Kinder zu kuehlen, denn: Elefanten schwitzen nicht.

Wie sie, so suchen auch andere Tiere Schutz vor der Hitze unter dem Schatten von Bäumen: Eine Rappantilope, die Impalas, Zebras und Giraffen. Irgendwo hält auch der Löwe seine Siesta – nur ihn sehen wir vorerst noch nicht.

Leider gibt es wenig Fotos von der paradiesischen Szenerie am Chobe-Fluss, wo Touristen und Tiere sich so aneinander gewöhnt haben, dass sie nicht voreinander davon laufen: Beide Akkus sind leer! Dumm gelaufen und selbst schuld.

Und dann war da noch der tiefe Sand. Irgendwann hatten wir uns festgefahren.  Von den in den Reiseführern oft beklagten Touristenkarawanen im Chobe-Park war keine zu sehen. Hubert lag bäuchlings unterm Auto und schaufelte mit den Händen Sand.

Mich erinnerte das zu sehr an Sissyphos. Es erschien mir effektiver, die Notfallnummer heraus zu suchen. Da entdeckte ich in der Ferne einen Jeep. Winken meinerseits wie eine Verdurstende. Die netten beiden Südafrikaner halfen uns Greenhorns dann schnell weiter, indem sie uns den Knopf für die Differential-Sperre (oder so etwas Ähnliches) zeigten. Schon waren wir raus aus dem Sand.

Übrigens: Keine Sorge, wir hatten 10 Liter Wasser im Auto, Trockenfruechte und Gebaeck.

Funkloch voruebergehend überbrueckt

Wir hatten ein Funkloch in der Wildnis des „Zipfels“, und auch in Botswana, wo wir jetzt gut am Chobe in Kasane angekommen sind, ist das WLAN sehr, sehr langsam. Deswegen gibt es auch nicht mehr so viele Fotos.

Uns geht es sehr gut. Hubert hat seine Darmverstimmung in der Nunda-Lodge ueberstanden – und faehrt mit dem Allrad durch den Sand, als hätte er lange vorher geübt.

Gerade sitzen wir auf dem Balkon unseres Zimmers in der Garden Lodge beim Sundowner (suedafrikanischer Rotwein) und beobachten, wie die Sonne in dem sehr breiten Chobe untergeht und vor uns 3 Warzenschweine auf den Knien nach ihrem Abendessen buddeln.

Ich bin zufrieden mit mir, das ich diese kleine, altehrwürdige Lodge gewaehlt habe mit nur wenigen Zimmern, einem schoenen Garten am Fluss – und nicht die grosse Chobe-Lodge, die mir alle angepriesen haben. Die Garden Lodge hat einen verblichenen englischen Kolonialstil, sie ist sehr privat, auch Botswaner wohnen hier – und wieder essen alle abends zusammen an 2 langen Tischen

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