Die Namibia-Krimis von Bernhard Jaumann sind nicht nur etwas für Afrika-Reisende: Wohltuend setzt sich sein Sprachstil von der üblichen Massenware deutscher Kriminalschriftsteller ab: genaue Beaobachtung, kluges sich Einfühlen, Poesie zuweilen in einer spannungsgeladenen Hanlund.  Protagonistin ist die  junge Windhuker Kriminalpolizistin Clemencia Garises. In „Die Stunde des Schakals“ – meiner Meinung nach Jaumanns bester Namibia Krimi – geht es um die Aufarbeitung der Ereignisse in der Zeit, als Namibia unabhängig wurde, es geht um die SWAPO, um Recht und Gerechtigkeit – un die schwierige Suche nach „der Wahrheit“: „Keine Lügen mehr, keine Geschichten!“ Ein großer Politthriller!

Ebenso lesenswert sind – auch mit Clemencia Garises als Protagonistin  – „Steinland“ und „Der lange Schatten“.

Von ganz anderem Format sind die Kriminalgeschichten von Alexander McCall Smith:  Seine Hauptfigur ist Mme Ramotswe, die in Gabarone „No.1 Ladies‘ Detective Agency“ betreibt, von „traditioneller Figur“ ist,  verlobt ist mit einem Automechaniker, der öfter unter depressiven Verstimmtungen leidet, und die einfach nur liebenswert ist.

Es geht in den Krimis nicht um Mord und Totschlag, eher um kleine Geschichten, mit viel Humor und Empathie erzählt , die den Alltag und die Menschen Botswanas – vor allem auch die Frauen  – lebendig werden lassen.

Dabei zeichnet Alexander McCall Smith m.M. nach ein etwas sehr geschöntes Bild von Botswana – Korruption etwa taucht nirgendwo auf.

Gelesen habe ich  aus der Reihe „Keine Konkurrenz für Mma Ramotswe“ und „Ein Koch für Mma Ramotswe“.