Und dann kommt er, der Silberrücken. Raumgreifend, pure Kraft, den Kopf erhoben, die Schultern grade, den Rücken durchgedrückt, im Knöchelgang. Er marschiert direkt an uns vorbei, die wir seinen „Weg säumen“, zu sehr von sich überzeugt, als dass er uns seinen Blick gönnen würde, aber wohl wissend, dass wir da sind. Unwillkürlich treten wir alle einen Schritt zurück. Fotografieren ist bei mir gar nicht drin.
Und er nimmt Platz zwischen den Pflanzen und beginnt sein Mahl.
Direkt hinter ihm folgt die Familie: junge und ältere Mütter, Jungtiere, Babys. Sie verteilen sich auf der Wiese, immer mit etwas Abstand zum Silberrücken.
Unser Ranger geht ein Stück auf ihn zu. Dann ein donnernde Brüllen. Das gefällt dem Boss überhaupt nicht. Die Nähe zu den Menschen legt er fest, nicht die anderen.
Unser Ranger beruhigt ihn: Ich bin’s nur – mit einer kleinen Gruppe Muzungus.
Danach ist alles gut.
Die Familie heißt Habinyanja – alle habilitierten Familien haben Namen – und gehört zu denen, die schon lange Zeit an Menschen gewöhnt sind.
Wir sind recht nah an den Tieren. Schauen Ihnen beim Fressen zu, wie die Jungen miteinander spielend raufen, wie das Baby sich an die Mutter kuschelt.
Wir sind so nah, dass wir ihre bernsteinfarbenen schielenden Augen sehen, ihre „Hände“, die den unsrigen so ähnlich sind. Wir erkennen ihre Mimik und ihre in der Tat freundlichen Gesichter. Schimpansen schauen irgendwie grimmiger, was wohl auch an ihrer stark vorstehenden unteren Gesichtspartie liegt.
Dann wechselt die Familie den Platz und wandert ein paar Meter weiter. Wir folgen. Nach einer Stunde haben die Gorillas genug „gepost“. Sie ziehen sich langsam in den Wald zurück. In einer Waldnische säugt die Mutter ihr Babys, zwei junge Gorillas klettern auf einen Baum. Der Silberrücken hat sich unseren Blicken ganz entzogen.
Ende der Vorstellung.
Auf dem Rückweg fängt es zu regnen an. Auch eine Erfahrung, die wir nicht missen möchten.
Ausklang
Wieder zurück am Ausgangspunkt in Buhoma, kommt der letzte Akt: Die Überreichung der Zertifikate, die bestätigen, dass wir das Gorilla-Tracking erfolgreich mitgemacht haben. Und
dann noch ein Schlussfoto vor einer Gorilla-Statue.
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